Holzdecke im Turmsaal

Im Jahr 2009 fanden umfangreiche Arbeiten am Turm statt.
Nach der Wiederherstellung des Balkenwerks im Dachstuhl des Turms im Vorjahr beschäftigten wir uns heuer

  • mit der Decke im Turmsaal OG
  • mit dem Dachstuhl und der Verschieferung der welschen Haube
  • und zuletzt  mit der dachbekrönenden "Wetterfahne".

Turm Schiefer

Das Dach wurde vollständig neu verschiefert. Die Dachdeckerei Schmitz aus Viersen hat hier kleine Wunder vollbracht. Zum Teil bei eisiger Kälte …

Turm innen

Darüber hinaus entstand im Turm die Decke des Obergeschoss-Saales. Die Notdecke aus den 50er Jahren, zusammen mit dem verrosteten Unterzug, wurde entfernt.
Aus der Lage der Konsolsteine in der Wand (bauzeitlich) ließ sich die genaue Position, Breite und Höhe der Balken und Unterzüge der ehemaligen Eichenbalkendecke ermitteln.
Mit Hilfe des Zimmermanns Käding aus Viersen wurde eine solche Decke aus neugesägten Eichenbalken in den ursprünglichen Formaten wieder hergestellt. Wir entschieden uns für eine zarte Bemusterung der Deckenbalken (mit ausgebildeten Ecken auf den abgefasten Seiten).

Die Decke wurde installiert und unterstützt nunmehr die mittelalterliche Wirkung dieses zum größten Teil bauzeitlich erhaltenen Raumes. Gleichzeitig haben wir uns mit der Treppe (Claires Treppe), die den ehemaligen Zugang zum Turm bzw. den einzelnen Etagen des Turms bildet, beschäftigt und die Situation nach Entfernen der Vermauerungen überprüft.

Turm (LVR)

Bei den anstehenden Bauforschungsarbeiten wurden Elemente der ehemaligen Bemalung des Turms, insbesondere der Turminnenwände (bauzeitlich) wieder gefunden sorgfältig erforscht.Ihre Erhaltung im Rahmen eines neuzeitlichen Bemalungskonzeptes ist noch zu besprechen.

Turm Spitze

Die Bekrönung des Barockturms, eine windschiefe durchgerostete, drehbar gelagerte Fahne, wurde entfernt. Frühen Stichen zufolge stellt sie wohl nicht die ursprüngliche Bekrönung der Barockhaube dar. Gekennzeichnet mit den Initialen AVS (Adolf von Fürstenberg) kann sie auch erst nach 1826 aufgesetzt worden sein. In ihren Duktus entspricht sie nicht den formalen Gegebenheiten der Bekrönung einer welschen Haube.
Die intensive Lektüre von Harry Potters Bänden I bis VII (Bauherr und Kinder des Bauherrn) führte, zusammen mit fantasievollen Ansätzen des planenden Architekten Martin Breidenbach, zur Entscheidung, den goldenen Schnatz nachzubauen – und auf der Barockhaube zu verewigen. Nicht drehbar gelagert zwar – aber eindeutig als goldene, geflügelte Kugel zu erkennen. Die Arbeiten in der Werkstatt des Schlossers Thomsen und die Montage wurden mit großem Engagement und freundlichem Hallo von den Mitarbeitern des Architekturbüros, dem Bauherrn, seiner Tochter Nele sowie der Handwerksfirma vorgenommen.