Schlossmauern, Pforten, Zwinger

Das Jahr 2014 war das Jahr des Zwingers! Über sicherlich 100, vielleicht auch 200 Jahre, lagen seine Reste, die umfänglich vorhandenen Fundamente, verborgen unter Erdreich – während die eigentliche, ursprüngliche Burgzufahrt durch die rampenartige Abmauerung, die wir alle kennen, doch ziemlich verunklart wurde.

In Absprache mit dem LVR haben sich Architekt und Bauherr entschieden, diese Eingangssituation abzuändern – und dem ursprünglichen Zustand näher zu bringen (wenngleich ihn auch nicht vollständig zu erreichen).

Das heißt: die rampenartige Abmauerung, wohl schätzungsweise Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet, wurde weitgehend entfernt. Die Fundamente des historischen, dem Burgtor und Wehrturm vorgelagerten Zwingers waren bereits einmal freigelegt worden. Sie waren samt und sonders durchgängig vorhanden.

Zur Sicherung der Befunde wurde die historische Fundamentschicht, ansonsten in Höhe und Breite unverändert belassen, mit orangefarbenen neuen Biberschwanzziegeln auf einer Mörtellage flächig abgedeckt. Der orangerote Streifen am Rand gibt Auskunft, bis wohin das historische Mauerwerk reicht.

Dann wurde der Riesenhaufen an Sandsteinen und Sandsteinquadern, der aus Funden im Gelände, Umbauten und früheren Einstürzen, an verschiedenen Stellen im Burgareal abgelegt und seit Jahren sukzessive wiederaufgefunden und zusammengetragen, wieder verwendet…: um dem ursprünglichen Mauerverlauf des Zwingers folgend bis zu einer Höhe von etwa 80 cm über Oberkante der späteren Zuwegung ein Sockelmauerwerk zu errichten, das eine lebhaft Erinnerung ans die ursprüngliche Situation darstellt.

Der gleichfalls im Schloss aufgefundene, ursprünglich einmal einer Zugbrückenlagerung zugehörige Hakenstein wurde an der Stelle wieder eingemauert, an der er vermutlich hätte gewesen sein können, möglicherweise also auch war.

Diese Maßnahmen fanden im Sommer 2014 statt und konnten zu einem erfreulichen Abschluss gebracht werden.

In der Zukunft müssen die übrigen, noch weiter nach Westen liegenden weiteren Fundamentreste, die teilweise offenliegend von den Seiten her sichtbar sind, gesichert werden, damit sie nicht verfallen – ansonsten verbleibt an Aufgaben die Reparatur der Barockbrücke vor dem Zwinger und die Öffnung derselben zum seitlichen Graben hin. Aber dieses Projekt heben wir uns einmal für später auf.