Vogelsang

Auch im Vogelsang gingen die Ausbauarbeiten weiter, eine Fertigstellung des Bauabschnittes ist für die erste Hälfte 2015 vorauszusetzen.

Im Untergeschoss wurden die gebraucht erworbenen, sicherlich 5-6 cm dicken, vierkantunterteilten, ursprünglich wohl einmal als Gehwegplatten eingesetzten Tonplatten in einem großen mittigen Feld untergebracht. Ein Waschtisch wurde von Florian Rayak selbst gegossen, vor Ort – auf ihn wurde ein alter Futtertrog als Waschbecken verbracht.

Den Zimmerern gelang es, nach vielen Anläufen…, tatsächlich den Tunnel sehr schön fertig zu stellen. Hier ist also nun die Verbindung zwischen Bibliothek und Vogelsang erbaut.

Im Gartenzimmer im Hochparterre entstand das kleine Badezimmer als Einbau in den späteren Wohn- und Schlafraum.

Im Keller wurden Türen angefertigt und eingepasst, ganz in traditioneller Machart. Unter der Devise: es muss die nächsten 500 Jahre halten.

Die Giraffen-Treppe, die spektakulär ins Obergeschoss führt, wurde weiter bearbeitet und nahezu fertig gestellt.

Kaminbau Richter baute einen großen Kombinationsofen als Grundofen und offenen Kamin im Vogelsang ein, über eine Treppe ist er rückseitig begehbar – oben finden Kinder und fröstelnde Großmütter Platz, das Geschehen im Küchenbereich aus der Vogelperspektive zu begleiten.

In sämtlichen Badezimmern verwenden wir die historischen Terres Bleus – Fliesen, die auch im oberen Turmsaal zum Einsatz kamen, Provenienz Luxemburg, maschinell gefertigt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, versehen mit einem sehr schönen braun-beigen Farbspiel.

Der Paternoster wurde weiter bebetet – mit dem Ziel, ihn doch noch einmal irgendwann gängig zu machen.

Die Farbauswahl wurde vorangetrieben und die meisten Anstriche aufgebracht.

Die Badezimmer nähern sich ihrer Vollendung, harren aber noch immer der letzten Ausstattungsdetails.

Die Eingangstüren für Ostflügel und Vogelsang, verfertigt von dem Schreiner Rainer Wedekind, wurden angebracht, die wunderschönen, historischen Eisenbänder verfertigte die Schmiede Poos.

Die Bleiverglasungen, die an verschiedenen Stellen im Schloss zum Einsatz kommen, entspringen der Werkstatt Hein Derix aus Kevelaer.

Viele der Eicheneinbauten und Wandverkleidungen kommen von der Schreinerei Sautner aus Giesenkirchen.

Bezüglich der Fußböden im Gülich und im Vogelsang, sicherlich auch später für den Rittersaal, haben wir uns zu einer schlossliken Herangehensweise durchgerungen: von der Wurzel auf den Boden. Und das funktionierte so:

Im Sägewerk Eschweiler in Linnich haben wir Eichenstämme, zwischen 10 und 12 Metern lang, erworben. Aufgesägt wurden sie in einem Sägewerk in der Nähe von Osnabrück, das über eine entsprechend lange Gattersäge verfügt. Bohlenstärke 4 cm.

Im gleichen Sägewerk wurde die aufgesägte Stammware 6 Monate an der Luft getrocknet, anschließend wanderte sie für einen Monat in eine gleichfalls entsprechend lange Trockenkammer.

Dann wurden die Balken zur Zimmerei/Dachdeckerei Schmitz nach Willich-Anrath befördert, dort wurden die bis zu 11 m langen Bretter besäumt, gehobelt und vorsortiert.

Anschließend wanderten sie zu Rainer Wedekind in die Schreinerwerkstatt in Viersen-Süchteln. Dort bearbeitete er die Bohlen weiter mit einer zu diesem Zwecke erworbenen, altertümlichen Bürstenmaschine (mit dem stolzen Gewicht von 2 Tonnen) und verfertigte zusammen mit dem Architekturbüro, das ein minuziöses Aufmaß angefertigt hatte, das Finish der Bodenbretter. Ziel: so breite Bretter wie möglich und so lange Längen wie möglich! Sie sollen in den einzelnen Räumen zum Einbau kommen. Durch das Hobeln und Bearbeiten verringerte sich die Dicke der einzubauenden Bretter auf etwas über 3 cm – ihre Breite beträgt zwischen 20 und 60 cm, ihre Länge, wie gesagt, je nach Raumzuschnitt bis zu 11 m. Also wirkliche Schlossdielen… vom Stamm bis zum Endeinbau selbst mit eigenen Kräften und eigenem Knowhow hergestellt.

Ob sich das rechnet, hat der Bauherr noch nicht nachkalkuliert. Aber die Qualität der verwendeten Bohlendielen ist einzigartig. Ihr Einbau im Schloss erfolgte von Oktober bis Dezember 2014, im Januar und Februar 2015 wird das für die Bauabschnitte Gülich und Vogelsang abgeschlossen werden.

Was wären wir ohne unsere Handwerker!

Oft wird der Bauherr gefragt: „Wie kommen Sie klar mit den Handwerkern – sind das Spezialisten, die aus ganz Deutschland anreisen?“ Die Antwort: Nein! Es sind ausgewählte Firmen der hiesigen Region, die unter Qualitätsaspekten Gutes leisten können, sich mit dem Schloss langjährig verbinden und somit tief in diese Materie hineinarbeiten, die Sache mit Engagement und Herzblut betreiben – und dabei auch noch einigermaßen bezahlbar bleiben müssen. Dieser Spagat gelingt – und die meisten Firmen, die hier für uns arbeiten, tun dies bereits seit vielen Jahren und möglicherweise auch noch für die nächsten Jahre.

Ohne die hervorragenden Handwerksleistungen würde das Schloss nicht das werden, was es zu werden verspricht.